Bürgerinitiative Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg (BI-GP)

Die Informations-Seite zu Lärm, Staub und Geruch

Lärm-Protokolle November 2007

 

Neuer Dauerton bei 637 Hz

22. November 2007

Seit Juli 2007 ist zu den bekannten Frequenzen um 250 Hz ein eher breitbandiges Frequenzspektrum hinzugekommen, das nicht mehr einfach einzelnen Geräten zugeordnet werden kann. Nicht überraschend ist dabei, dass darin offenbar auch neue "Dauertöne" enthalten sind, die über längere Zeitabschnitte vorhanden sind, und somit nicht von der Autobahn oder anderem Verkehr stammen können, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Industrielärm zugeordnet werden müssen.

Der Verlauf des Schalldruckpegels zwischen 00:30 Uhr und etwa 1 Uhr lag am Messort ohne Zuglärm zwischen 45 und 50 dB(A). Diese Werte sind für ein allgemeines Wohngebiet eindeutig zu laut.

Die Frequenzanalyse (unteres Diagramm) legt auch die Vermutung nahe, dass ein Lüfter der beiden Bandtrockner derzeit mit reduzierter Drehzahl betrieben wird, wodurch die Frequenz soweit abgesenkt wurde (226 Hz), dass sich die beiden Lüfter nicht mehr zu einem hohen "Peak" bei etwa 250 Hz addieren, sondern zwei (kleinere) Einzelpeaks ergeben. Diese Maßnahme reduziert die Wahrscheinlich von Resonanzeffekten in Gebäuden, stellt aber nicht den "betriebsüblichen" Zustand dar.

Töne um 250 Hz kann der Mensch schlechter hören als z.B. 1000 Hz und werden deshalb durch die A-Bewertung um rund 63 Prozent (-8,7 dB) abgeschwächt. Die Quelle des recht lauten Geräuschs bei 637 Hz ist uns bis jetzt noch nicht bekannt. Die A-Bewertung bei dieser Frequenz reduziert den Schalldruck nur noch um etwa 19 Prozent (-1,9 dB). Dies ist für den "Verursacher" von Nachteil, weil dieser Lärm praktisch voll gewertet wird. Zudem erfolgt bei ton- oder informationshaltigem Lärm wegen besonderer Störwirkung noch ein Zuschlag von 3 oder 6 dB (je nach Auffälligkeit) zum Beurteilungspegel.

 

Verspätung beim Absorber

Badische Zeitung vom 21. November 2007

... teilt die Firma mit, dass die Absorber numehr am 27. November montiert werden sollen. Die Montage habe sich verzögert, weil German Pellets noch eine Abnahmeprüfung im Werk des Herstellers habe durchführen lassen. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 400.000 Euro. Vor einem Monat noch hätte die Firma die Kosten mit 300.000 Euro beziffert. Die Entscheidung für stabilere Betonfundamente sowie gestiegene Stahlpreise hätten den Anstieg gegenüber dem Kostenvoranschlag verursacht.

 

Neue Schalldämpfer

"Kurier" vom 31. Oktober 2007

Voraussichtlich ab der nächsten Woche werden an den Produktionsanlagen der Firma German Pellets im Gewerbegebiet DYN A5 zusätzliche Schalldämpfer eingebaut. Zwar halte die Firma German Pellets bereits jetzt die nach der TA Lärm geforderten Immissionsrichtwerte für Schallemissionen ein. Trotzdem sicherte German Pellets in der Bürgerversammlung vom 5. Juli in Mahlberg [Anm: Orschweier] den lärmgeplagten Anwohnern zu, zusätzliche Schalldämpfer an den Bandtrocknern zu installieren.

 

Lärmabsorber ab November da

Badische Zeitung vom 20. Oktober 2007

Mitte November sollen die seit langem angeforderten Lärmabsorber im Ettenheimer Werk von German Pellets in Betrieb gehen. Bis Ende Oktober werde der Stahunterbau für die Schalldämpfer angefertigt und eingebaut, ab dem 8. November sollen dann die Schalldämpfer selbst montiert werden. "Am 15. November gehen die Schalldämpfer in Betrieb, dann sollte der Brummton weg sein", so Stefan Peters, der Pressesprecher von German Pellets. Man verspreche sich von dem Einbau "eine deutlich spürbare Entlastung der Geräuschemissionen in diesem Frequenzbereich", so Geschäftsführer Peter Leibold. "Wir möchten auf diese Weise zu einem guten, nachbarschaftlichen Verhältnis mit allen Anwohnern von German Pellets beitragen."

 

Dem "Brummton" wird jetzt zu Leibe gerückt

"Der Guller" vom 11. März 2007

...Zur "Brummton-Frage" verwies Manfred Goritzka auf Messungen auf dem German Pellets-Gelände und bei einer Familie in der Straße "In der Breite", wobei der störende "Brummton" auf der Frequenz 250 Hertz geortet wurde. Mit diesem Ton, der von den Lüftungsanlagen der Bandtrockner verursacht werde, liege die Anlage über den Grenzwerten. Durch die Lokalisierung habe man nun aber auch Lösungen parat, mit denen der Störton abgestellt und somit der Grenzwert eingehalten werden könne...

 

Miteinander reden und Lösungen verwirklichen

Ettenheimer Stadtanzeiger vom 1. Februar 2007

...Leibold zeigte sich davon überzeugt, dass es in kürzester Frist möglich sei, die Beanstandungen auf ein für alle erträgliches Maß zu reduzieren und gab zu bedenken, dass ein Industriebetrieb wie German Pellets immer mehr Belastungen mit sich bringe, als die vorherigen Maisfelder.
Bürgermeister Metz: Es sei gut, wenn nun alle Beteiligten im Gespräch sind und mit den Fachleuten Wege suchen, um Lösungen zu finden, dazu gehöre sicher auch die Nutzung von Gegenfrequenzen. Oder auch, wie Christian Bünger erinnerte, eine zielgerichtete Bepflanzung.

 

Einladung zum Gespräch

Badische Zeitung vom 27. Januar 2007

...Bauprojektleiter Christian Bünger sprach von Messungen in Wismar, dem anderen Standort der Firma. Der Lärmpegel habe sich zwar in den erlaubten Grenzwerten gehalten, die Leute aber dennoch gestört. Wenn etwas neu sei, höre man das anfangs eben mehr. Die Vorwürfe, die Vorgänge zu verniedlichen, wies er von sich. Man wolle den Beschwerden im Einzelnen nachgehen... Beide Bürgermeister baten ihrerseits die Entwicklung abzuwarten. Die Firma sei umweltpolitisch ein Gewinn für die Region, man habe sie ausdrücklich an diesem Standort haben wollen und man vertraue darauf, dass etwaige Störungen behoben werden können.

 

 

Aktualisiert am 22. November 2007