Bürgerinitiative Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg (BI-GP)

Die Informations-Seite zu Lärm, Staub und Geruch

Lärm-Protokolle Juni 2007

 

 

Jetzt gibt's was auf die Ohren

28. Juni 2007

Kaum waren die Gutachter nach ihren Messungen um die Ecke mit ihren "erfreulichen Messergebnissen", war auch der Rödelton wieder da (und dazu ein kräftiger Modergeruch nach faulem Holz). Nach unseren Messungen waren diese 125 bzw. 250 Hz am 20. Juni nach dem Gewitter nicht messbar. Die folgenden eigenen Diagramme belegen unsere Vorwürfe so eindeutig, dass selbst ein Laie die Belästigungen ablesen kann. Es ist ein Skandal, wenn nach diesen Ergebnissen noch behauptet wird, es gäbe hier ein paar wenige "Stänkerer", die überempfindlich reagierten, nur weil ein paar Äcker in ein Industrieareal umgewidmet wurden.

Die folgenden Messungen wurden vom 23. Juni bis zum 26. Juni 2007 aufgenommen. Es zeigt, wie unbekümmert nun die Nachtruhe gestört wird. Wir haben so viele Messungen, dass wir hier gar nicht alle darstellen können.

Besonders krass ist das folgende Spektrum. Am 26. Juni nachts kurz vor 2 Uhr war der Ton so laut zu vernehmen wie noch nie seit Beginn unserer Aufzeichnungen. Da wird auch noch behauptet, an der Anlage wurden Verbesserungen vorgenommen. Wenn doch, dann definitiv nicht hinsichtlich der Lärm-Emissionen. Der Ton hatte eine Frequenz von 246 Hz. Allein dieser Ton mit einem Schalldruck von rund 7,4 x 2 mPA = 14,8 mPA entspricht einem Pegel von 57,3 dB(SPL) bzw. 48,7 dB(A). Das Rauschen der Lüfter und die tieferen Töne sowie einen Zuschlag für Tonhaltigkeit noch gar nicht eingerechnet:

Anmerkung: Grau = aktuelle Messung, Blau = gefilterte Messung (Tiefpass)

Wer immer noch keine Gelegenheit hatte, sich den Ton "in Natura" anzuhören (wer will schon nachts um 2 Uhr in der Gegend herumlaufen), dem können wir jetzt abhelfen. Einfach auf den folgenden Link klicken:

  26Jun01h52.wav

Stellen Sie die Lautstärke so ein, dass Sie den Ton gerade noch deutlich hören und warten Sie ab, wie lange es dauert, bis Sie genauso genervt sind wie wir. Und so sieht das dann im Zeitdiagramm aus:

Deutlich erkennbar sind die Schwebungen, die entstehen, wenn z.B. zwei Töne ähnlicher Frequenz vorhanden sind: Die Addition ergibt Schwankungen in der Amplitude, deren Frequenz der Differenz der beiden Frequenzen entspricht. Und genau dieser Effekt macht das Ganze so nervtötend!

Weitere Messergebnisse können hier heruntergeladen werden:

25. Juni 2007: Spektrum 00:42 Uhr
25. Juni 2007: Verlauf Schalldruckpegel 00:00 Uhr bis 03:00 Uhr
25. Juni 2007: Spektrum 01:18 Uhr

 

 

Akustischer Fingerabdruck
von German Pellets

23. Juni 2007

An Hand des Frequenzspektrums der Schiffsgetriebe und -Schrauben sollen angeblich U-Boote eindeutig identifizierbar (gewesen) sein. Deshalb hat man sich bemüht, diese Antriebe so geräuscharm wie möglich zu machen. Wir haben gemessen, welche Frequenzen im Gewerbepark feststellbar sind, um nächtlichem Lärm sachlich und objektiv beurteilen zu können.

Das folgende Spektrum wurde unmittelbar vor dem Bandtrockner aufgenommen. Man kann die gewaltige Leistung dieses Gerätes erahnen: Die Y-Achse ist übrigens nicht in dB eingeteilt, sondern in Vielfachen von 40 dB(SPL). Die im wahrsten Sinn des Wortes herausragenden Frequenzen liegen bei 121 Hz und 242 Hz. Der "Hacker" im Bereich zwischen 11 und 23 Hz ist auch zu erkennen. Dessen Frequenz ist offenbar nicht sehr konstant oder besteht aus mehreren Komponenten.

Anmerkung: Grau = aktuelle Messung, Blau = gefilterte Messung (Tiefpass)

Überschlägig gerechnet entspricht der Peak bei 121 Hz alleine einem Schalldruckpegel von ca. 70,8 dB(SPL). Wir haben Pegel um 77 dB(SPL) bzw. 66 dB(A) gemessen. Allerdings wurde diese Messung nicht wegen der Lautstärke, sondern nur wegen der Frequenz-Analyse gemacht. Die Dezibel erwähnen wir nur, um beim Leser ein "Gefühl" für diese Angaben aufzubauen.

Ein weiteres Frequenzprofil konnten wir durch die geöffneten Fenster erhalten. "Saubere" 200 Hz dringen aus der Pressanlage für die Pellets. Eine Oberwelle mit 400 Hz ist auch noch erkennbar. Der "Buckel" um 16 Hz stammt immer noch vom "Hacker":

 

 

Lärm-Messungen durch Gutachter

20. Juni 2007

Am Mittwoch, dem 20. Juni hat das Leipziger Ingenieurbüro Goritzka Akustik erneut Messungen in Orschweier, Ettenheim und der Umgebung vorgenommen. Nachdem heftige Gewitter zunächst die Durchführbarkeit der Messung in Frage stellten, verzog sich der Regen und das Donnergrollen, so dass keine Beeinträchtigungen mehr gegeben waren. Mit einer Ausnahme: Ein Blitz hatte fast das komplette Werk "still" gelegt.

Manfred Goritzka bezeichnete dies als technischen Glücksfall, da er so nach und nach die einzelnen Anlagenteile hochfahren lassen und und messtechnisch separat erfassen konnte.

Mitarbeiter des Schallschutzexperten waren sowohl in Ettenheim wie auch in Orschweier mit ihren Messgeräten im Einsatz. Eine für uns besonders interessante Station war "In der Breite" in Orschweier, wo eine Parallel-Messung mit unserem Lärm-Messgerät durchgeführt wurde.

Befragte Einwohner in Orschweier und Ettenheim berichteten nach dem Gewitter über eine ungewöhnliche Stille. Selbst die Experten konnten sich daran erinnern, dass bei der letzten Messung die Autobahn deutlich zu hören war. An jenem Abend zwischen 22 und 24 Uhr war praktisch nichts zu hören, sicher auch eine Folge der heftigen Regenfälle, die die Zahl der Fahreuge auf der A5 oder zumindest deren Geschwindigkeit reduziert haben. Allerdings schienen uns auch die durchfahrenden Züge nach dem Gewitter leiser als sonst. Dieser Eindruck spiegelt sich auch in unseren Messwerten wider:

Das folgende Diagramm zeigt den Verlauf des Schalldrucks in dB(A) zwischen 23:10 und 23:50 Uhr. Außer ein paar einzelnen, bezeichneten Geräuschen gibt es keine Auffälligkeiten. Der Grundpegel liegt unter 35 dB(A)!

Lediglich bei "näherem Hinsehen" mit Hilfe der C-Bewertung kann man im Spektrum zwei Peaks bei ca. 16 Hz und bei 59 Hz erkennen, die vom "Hacker" (Rundholz-Zerkleinerer) stammen sollen. Diese niedrigen Frequenzen werden vom Gehör kaum wahrgenommen und sind darum bei A-Bewertung im Spektrum (FFT) nicht erkennbar:

Anmerkung: Grau = aktuelle Messung, Blau = gefilterte Messung (Tiefpass)

Was wir hier gemessen haben wird sicher am 5. Juli in Orschweier bekannt gegeben. Bei solchen "Lärm-"Pegeln gibt es wirklich keinen Grund zur Beschwerde. Vielleicht stellt uns Herr Goritzka ja auch wie versprochen seine Messwerte als Vergleich zur Verfügung...

 

 

Aktualisiert am 11. Juli 2007