Bürgerinitiative Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg e.V. (BI-GP)

Die Informations-Seite zu Lärm, Staub und Geruch

12. August 2010:

Unsere "neue" Homepage ist freigeschaltet

Sehr geehrter Besucher,
die Homepage der BI-GP ist umgezogen und wurde komplett überarbeitet. Diese Seite wird nicht mehr weiter gepflegt!

Bitte besuchen Sie unsere neue Homepage unter dem Link

www.BI-GP.de

 

Über uns - wie alles anfing

Am 28. Dezember 2006 hat Peter Ohnemus zum ersten Mal bewusst einen störenden Lärm aus dem Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg wahrgenommen. Die ganze Nacht durch brachte ein brausendes Geräusch die Familie um den erholsamen Schlaf. Seine Beschwerde am nächsten Morgen bei der Stadtverwaltung Mahlberg wurde an die Stadtverwaltung Ettenheim als zuständige Behörde weitergeleitet.

Nach einigen Tagen des Abwartens entschloss er sich, im näheren Umkreis nach weiteren Betroffenen zu suchen. Eine Liste mit 30 Unterschriften wurden daraufhin bei der Frageviertelstunde vor der Gemeinderatssitzung am 8. Januar in Mahlberg übergeben. Bürgermeister Benz verwies auf die "Technische Anleitung (TA) Lärm", die festlege, dass ein gewisses Maß an Lärm hinzunehmen sei und leitete die Liste an die Stadt Ettenheim weiter.

Inzwischen formierten sich mehr als 10 weitere betroffene Familien und luden über ein Flugblatt zu einem Informationsaustausch am 28. Januar ein. Obwohl ein Sonntag Abend, kamen über 60 Personen in die "Krone" und diskutierten zum Teil mit heftigen Emotionen. Als Ergebnis wurde über Ortsvorsteher Dieter Beck eine öffentliche Bürgerversammlung gefordert. Bei diesem Informationsaustausch wurde schnell klar, dass neben Lärm auch Staub- und Geruchsbelästigungen beklagt wurden, besonders auch von benachbarten Betrieben. Selbst die "Landesschau" und "Radio Ohr" haben sich für das Thema interessiert und am 25. bzw. 26. Januar einen Kurzbeitrag gesendet.

Am 8. März lud Bürgermeister Dietmar Benz die Bevölkerung zur Bürgerversammlung in die Orschweierer Turnhalle. Für den Zweckverband DYN A5 war Bürgermeister Bruno Metz eingeladen. Als Vertreter von "German Pellets" sprach Projektleiter Christian Bünger. Eckart Ibach, Gewerbeaufsicht im Landratsamt, berichtete vor allem über das Thema Staub. Er verwies darauf, dass seine Behörde nur die Einhaltung des Verwaltungsrechts kontrolliere, andere Forderungen könnten nur per Gericht [zivilrechtlich] erstritten werden. Mit besonderem Interesse wurde der Bericht des Leipziger Schallschutzexperten Manfred Goritzka erwartet, der über Lärmmessungen, hauptsächlich "In Der Breite" berichtete. Sein Resumee: "Mit 'Brummton' liegen die Immissionen über, ohne 'Brummton' unter den gesetzlichen Grenzwerten". Bis zu jenem Zeitpunkt wurde das Lärm-Problem beharrlich geleugnet. Betroffenen Bürgern wurde im Vorfeld vorgeworfen, Arbeitsplätze zu gefährden. Gutachter Goritzka stellte einen Maßnahmenkatalog vor: Eine Schalldämmung der Blechkanäle sowie eine Verbesserung der Luftströmung im Kanalsystem.

(wird fortgesetzt)

 

Was...

... hat uns dazu bewegt, eine Bürgerinitiative zu gründen?

Aufgeschreckt von Lärm rund um die Uhr wie von Mähdreschern, Holzstaubverwehungen auf umliegende Firmen und Wohnanlagen sowie Geruchsbelästigungen bis ins Dorf hinein fanden sich besorgte Bürger im Januar 2007 zunächst zu einem Informationsabend zusammen. In der darauffolgenden Bürgerversammlung hörte man einsichtige Stellungnahmen der Betreiber, zuständigen Behörden und Gutachter, aber es fielen auch klare Worte:

"Liegen die Emissionen innerhalb der Grenzwerte, so sind sie hinzunehmen"

Uns wurde schnell klar: Firmen belasten die Umwelt und die Menschen mit behördlicher Genehmigung ohne sorgfältige Prüfung der Auswirkungen auf die Menschen in unmittelbarer Umgebung. So hat z.B. das Gewerbeaufsichtsamt entschieden, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in diesem Fall nicht erforderlich war, weil die Anlagenleistung eine bestimmte Größe nicht überschritt, zumindest wie sie zum damaligen Zeitpunkt geplant war.

Mittlerweile schreiten die Planungen von Monat zu Monat voran. Der Geschäftsführer von German Pellets, Herr Leibold, spricht inzwischen öffentlich von Plänen für ein Bio-Kraftwerk und Synergie-Effekten mit weiteren Betrieben im Gewerbepark. Nach unserer Auffassung wird hier eine Salami-Taktik betrieben, um die Bevölkerung schlußendlich vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Die zum Teil heftig emotional geführte Diskussion um das Ausmaß der Belästigung führten zu Anfeindungen, Rücktritten und ernsthaften gesundheitlichen Problemen von Betroffenen.

Aufgrund von Maßnahmen der Firma wurde eine Verbesserung der Belästigungen erreicht. So wurde berichtet, dass der maßgebliche "Brummton" von etwa 250 Hertz nicht mehr stört. Allerdings beschwerten sich nun auch Einwohner aus Ettenheim, die sich auch von Tönen beeinträchtigt fühlen. Auch sie erlebten fassungslos das Unverständnis von Nicht-Betroffenen.

So wurde uns klar, dass nur mit qualifizierten Messungen eine objektive Bewertung von allen Seiten möglich ist. Deshalb haben wir uns um die technischen Voraussetzungen zur Messung der Geräusch-Immissionen gekümmert. Seit Mai 2007 verfügt die BI-GP über eigene Messmittel, wodurch der subjektive Faktor endlich ausgeschaltet wird.

Was wollen wir erreichen?

Zunächst fordern wir den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage und wollen, dass wir und unsere Familien auch in Zukunft nachts ruhig schlafen können.

Obwohl Gutachter unsere Wahrnehmungen bestätigt haben, werden die Zustände weiter verharmlost und die Bürger mit Versprechungen von Verbesserungsmaßnahmen hingehalten. Gleichzeitig wird der Bau eines zweiten Bandtrockners mit Hochdruck vorangetrieben, eine Rundholz-Zerkleinerungsanlage in Betrieb genommen (die ganze Baumstämme zerschreddert), und die Planung eines Bio-Kraftwerks verkündet. Wir verlangen, dass nicht nur die Produktionsanlagen, sondern auch die Lärmschutzmaßnahmen nach dem anerkannten Stand der Technik ausgeführt werden. Die bloße Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte ist für uns nicht ausreichend, zumal diese Grenzwerte lediglich Orientierungscharakter besitzen und nur verwaltungsrechtlich relevant sind.

Obwohl Orschweier unmittelbar betroffen ist, kann Ettenheim durch die Mehrheitsverhältnisse im Zweckverband praktisch allein entscheiden. Ein Änderungsantrag des Mahlberger Stadtrats Rolf Baum zur Änderung dieses absurden Zustands wurde pikanterweise vom Mahlberger (!) Gemeinderat abgelehnt. Wir fordern von den politisch Verantwortlichen ein Mitspracherecht für Orschweier und die Offenlegung der Gesamtplanung.

Wir wollen sachlich korrekt auf Mißstände hinweisen (sofern es welche gibt), aber auch mithelfen, Verbesserungen für die Bevölkerung zu erreichen, indem wir unsere Erkenntnisse und Messergebnisse veröffentlichen.

Daneben geht es vielen von uns auch darum, ein gewisses Maß an Verständnis und auch Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen.

Was sind wir nicht?

Wir haben nichts persönlich gegen bestimmte Personen oder Firmen, bzw. deren Ansiedlung im Gewerbepark, solange sich die Immissionen für uns ALLE im erträglichen Rahmen bewegen.

Auch ist unser Gehör sicher nicht besser als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Als Bürger von Orschweier ist man an wegen der Nähe zu Bahn und A5 ein gewisses Maß an Lärm gewöhnt, aber dennoch nicht taub.

Und zum Schluss: Wir greifen niemanden an - wir wehren uns nur!

 

Schliessen Sie sich uns an!

Im Interesse der Kinder, des Lebensraumes, der Lebensqualität in unserer Heimat.

Hier können Sie eine Beitrittserklärung herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und an eine unserer Kontaktadressen schicken (auch per Fax):

=> Beitrittserklärung (PDF / 73 KB)

 

 

Aktualisiert am 24. Juli 2008